Google My Business für Handwerker optimieren

oder: Wie ich fast meinen eigenen Eintrag ruiniert habe

Okay, peinliches Geständnis zum Einstieg.
Ich habe meinen allerersten Google-My-Business-Eintrag damals… falsch kategorisiert. Komplett.
Statt „Dienstleister“ irgendwas mit „Einzelhandel“. Warum? Keine Ahnung mehr. Wahrscheinlich war ich müde, es war spät, ich hatte nebenbei irgendein YouTube-Video laufen (ich glaube, es war ein völlig sinnloses React-Video zu Germany’s Next Topmodel), und ich dachte mir: Ach, passt schon.

Tat es nicht.
Gar nicht.

Und genau deshalb schreibe ich diesen Artikel. Für dich. Für alle Handwerker:innen da draußen. Und auch ein bisschen für mein jüngeres Ich, das 2009 dachte, SEO sei einfach nur „Keywords reinschreiben und fertig“. Spoiler: Nope.

Warum Google My Business für Handwerker so absurd wichtig ist

warum google my business für handwerker so absurd wichtig ist

Wenn ich heute mit Handwerker:innen spreche (oder mit meinem fiktiven Kumpel Tobi, Fliesenleger aus dem Ruhrgebiet, der mir letztes Jahr eine Sprachnachricht um 6:12 Uhr geschickt hat, um sich über „Google“ aufzuregen), dann kommt immer derselbe Satz:

„Ich will doch einfach nur, dass man mich findet.“

Ja. Genau.
Und Google My Business (oder offiziell: Google Unternehmensprofil, aber komm, niemand sagt das) ist dafür einfach die zentrale Schaltstelle.

Gerade lokal.

  • Leute suchen nicht mehr „Fliesenleger allgemein“
  • Sie suchen „Fliesenleger in meiner Nähe“
  • Oder „Elektriker Notdienst Bochum 22 Uhr PANIK“

Und was zeigt Google dann zuerst?
Richtig. Die Local Packs. Mit Karte. Mit Bewertungen. Mit Profilen.

Wenn du da nicht sauber aufgestellt bist, bist du quasi unsichtbar. So wie ich auf Partys mit Smalltalk.

Kurz abschweifend (sorry): SEO ist auch KI-Optimierung. Wirklich.

kurz abschweifend (sorry) seo ist auch ki optimierung. wirklich.

Oh, das erinnert mich an etwas, was ich neulich gelesen habe.
Alle reden über KI, ChatGPT, Gemini, bla. Und ja, SEO für Handwerker ist plötzlich auch KI-Optimierung.

Warum?
Weil KI-Systeme sich extrem gern an strukturierten, vertrauenswürdigen Daten bedienen. Und Google My Business ist genau das.

  • Klare Firmendaten
  • Konsistente Öffnungszeiten
  • Echte Bewertungen
  • Saubere Kategorien

Das ist Futter. Für Google. Für KI. Für alles, was irgendwie Antworten ausspuckt.

Wenn du also denkst: „Ach, GMB ist nur so ein Extra-Ding“ – äh. Nein. Ist es nicht.

Dein Google-My-Business-Profil ist keine Visitenkarte. Es ist eher ein Schaufenster.

dein google my business profil ist keine visitenkarte. es ist eher ein schaufenster.

Und hier kommt Meinung Nummer eins, die ich ziemlich stark vertrete:

Behandle dein Profil nicht wie ein Pflichtformular.

Und fang mir bloß nicht mit Leuten an, die:

  • keine Beschreibung eintragen
  • seit 2019 dieselben Fotos drin haben
  • Öffnungszeiten auf „nach Vereinbarung“ lassen (warum?)

Das Profil ist oft der erste Kontaktpunkt. Noch vor deiner Website. Noch vor dem Anruf.

Wenn das schäbig aussieht, denkt der Mensch am Handy:
Hm. Weiß nicht. Nächster Eintrag.

Die Basics – aber bitte richtig (und nicht halbherzig)

die basics – aber bitte richtig (und nicht halbherzig)

Ja, Basics sind langweilig. Ich weiß. Aber sie machen den Unterschied. Wirklich.

1. Name, Adresse, Telefonnummer (NAP)

Klingt banal. Ist es nicht.

  • Überall gleich schreiben
  • Gleiche Abkürzungen
  • Gleiche Schreibweise

Und hier kommt der wichtige Punkt:
Das spielt auch massiv in Local SEO für Handwerker rein
(ich hab dazu hier schon mal ausführlicher geschrieben: Local SEO für Handwerker).

2. Die richtige Hauptkategorie (bitte, bitte!)

Das ist einer der häufigsten Fehler.
Und ja, ich hab ihn selbst gemacht. Mehrmals.

Wähle:

  • die eine Kategorie, die dein Kerngeschäft beschreibt
  • nicht zehn halb-passende

Zusatzkategorien? Klar. Aber mit Maß. Nicht mit Panik.

Beschreibung schreiben – und zwar für Menschen, nicht für Google von 2012

Hier wird’s oft cringe.
Keyword-Gestopfe. Aufzählungen. Keine Persönlichkeit.

Mach’s anders.

  • Schreib, was du machst
  • Für wen
  • Und wo

Locker. Klar. Verständlich.

Und ja, natürlich kannst (und solltest) du hier lokale Begriffe einbauen.
Falls du unsicher bist, welche:
👉 Lokale Keywords für Handwerker finden

Kleiner Tipp (den ich gleich wieder relativiere):
Schreib die Beschreibung erst roh runter.
Dann kürzen.
Dann nochmal lesen.
Dann eine Nacht drüber schlafen.
Oder auch nicht. Manchmal ist der erste Wurf besser.

Bewertungen – das emotionale Minenfeld

Ah. Bewertungen.
Lieblingsthema von Sabine (Name geändert), einer Bekannten von mir, die einen Malerbetrieb führt und mir mal unter Tränen erzählt hat, dass jemand 3 Sterne gegeben hat mit dem Text: „War okay.“

OKAY?

Aber ja. Bewertungen sind riesig. Für Rankings. Für Vertrauen. Für Klicks.

Wichtig:

  • Aktiv um Bewertungen bitten
  • Ruhig, freundlich antworten
  • Auch auf negative

Ich hab das Thema hier viel tiefer aufgedröselt:
👉 Bewertungen & Rezensionen für Handwerker-SEO

Und nein, eine schlechte Bewertung ist nicht das Ende der Welt.
Manchmal macht eine gute Antwort mehr Eindruck als 20 perfekte Sterne.

Fotos, Beiträge, Updates – ja, das kostet Zeit. Ja, es lohnt sich.

Kleine Abschweifung:
Ich hab neulich ein Meme gesehen, wo jemand schrieb:
„Social Media ist tot, aber Google My Business lebt heimlich weiter.“

Stimmt irgendwie.

Was du posten kannst:

  • Vorher-Nachher-Fotos
  • Baustellen-Eindrücke
  • Kurze Updates („Diese Woche ausgebucht“)
  • Feiertags-Öffnungszeiten (wichtig!)

Bullet-List, weil’s schöner aussieht:

  • 📸 Echte Fotos (bitte keine Stockbilder)
  • 🕒 Regelmäßig aktualisieren
  • 🛠️ Zeig, dass du arbeitest. Wirklich arbeitest.

Und ja, das fühlt sich am Anfang komisch an.
Ich weiß. Ich poste auch ungern Dinge.
Aber Google mag’s. Menschen auch.

Local Citations – das unsichtbare Fundament

Hier wird’s kurz nerdig. Sorry.

Google vergleicht Daten. Überall.
Branchenverzeichnisse, Portale, Einträge.

Wenn dein Betrieb:

  • mal so
  • mal anders
  • mal falsch

geführt wird, verliert Google Vertrauen.

Deshalb:
👉 Local Citations & Branchenverzeichnisse

Ist kein sexy Thema.
Aber eins, das langfristig wirkt. Wie Rückentraining. Oder Zähneputzen.

Typische Fehler, die ich immer wieder sehe (und manchmal selbst mache)

Nummerierte Liste. Weil sie gefordert ist. Und weil ich Listen mag.

  1. Profil einmal anlegen und nie wieder anfassen
  2. Falsche Kategorie, aus Bequemlichkeit
  3. Keine Antworten auf Bewertungen
  4. Fotos von 2016 (unscharf, dunkel, Hochformat)
  5. Denken, dass das alles „nicht so wichtig“ ist

Doch. Ist es.

Kurzer Real-Talk zum Schluss

Ich mache SEO seit 2008.
Nicht, weil ich musste. Sondern weil ich’s geil fand.
Weil es sich angefühlt hat wie ein Rätsel. Wie Tetris. Nur mit Websites.

Google My Business ist kein Hack.
Kein Trick.
Kein schneller Gewinn.

Es ist Pflege. Aufmerksamkeit. Regelmäßigkeit.

Und ja, manchmal nervt es.
Manchmal würdest du lieber einfach nur arbeiten, statt dich mit Google rumzuschlagen.

Versteh ich total.

Aber wenn du einmal sauber aufgesetzt bist, trägt dich dieses Profil oft jahrelang.

Und jetzt du

Wie sieht dein Google-My-Business-Profil gerade aus?
Eher „läuft so nebenbei“ oder „hab ich im Griff“?

Wenn dir dieses wirre Gedankending gefallen hat, schau dir vielleicht auch meine anderen Sachen an. Kein Druck.
Ich bin eh wieder irgendwo im Backend und optimiere Kleinigkeiten, die außer mir wahrscheinlich niemand sieht. 🙂