(Und warum ich mir das mit 19 schon gefragt habe)
Okay, kleines Geständnis zum Anfang.
Ich war 19, hatte einen viel zu lauten PC-Lüfter, eine Mate-Flasche neben der Tastatur und dachte ernsthaft: „Boah, wie geil ist Google eigentlich?“
Während andere Leute feiern waren, hab ich mich gefragt, warum meine Seite über irgendwas komplett Nischiges (ich sag nur Affiliate und merkwürdige Vergleichstabellen) plötzlich auf Platz 3 rankt. Sexy, ich weiß.
Fast forward zu heute. Ich bin 36, mache SEO seit 2008 und ja, ich rede immer noch gern darüber. Vor allem, wenn mich Handwerker:innen fragen:
„Welche Inhalte brauchen wir eigentlich für SEO?“
Und genau da sind wir jetzt. Du, ich, ein Kaffee (oder Feierabendbier) und diese Frage. Lass uns das mal auseinandernehmen. Ohne Buzzword-Bingo. Versprochen. Naja. Fast.
Erstmal kurz: SEO für Handwerker ist kein Hexenwerk
Bevor wir tief einsteigen, eine Sache vorweg.
SEO für Handwerker ist nicht komplizierter als für andere Branchen. Es ist eher… ehrlicher.
Menschen suchen nach:
- „Elektriker Notdienst Köln“
- „Bad renovieren Kosten“
- „Dach reparieren Sturm“
Niemand sucht nach „ganzheitliche elektrotechnische Gesamtlösungen“. Wirklich niemand.
Und ja, ich weiß, dein Wettbewerber schreibt das trotzdem. Äh.
Wenn du tiefer in das Thema einsteigen willst, schau dir unbedingt auch meinen Artikel zu SEO für Handwerker an. Da gehe ich noch mehr auf die Basics ein. Hier heute: Inhalte. Inhalte. Inhalte.
Die wichtigste Erkenntnis (und die tut manchmal weh)
SEO funktioniert nur, wenn Inhalte wirklich Fragen beantworten.
Nicht, wenn sie gut klingen.
Nicht, wenn sie lang sind.
Nicht, wenn sie vom Praktikanten mit ChatGPT 3.5 (sorry) runtergerotzt wurden.
Und ja, SEO ist inzwischen auch wichtig für KI-Optimierung.
Google, ChatGPT, Perplexity, whatever.
Alle brauchen Kontext, Klarheit und Struktur. Und genau das liefern gute Inhalte.
Welche Inhalte brauchen Handwerker für SEO? Die große Übersicht
Ich versuch das jetzt mal strukturiert. Auch wenn ich eigentlich abschweifen wollte. Moment. Ach egal.
1. Leistungsseiten, die ihren Namen verdienen
Wenn ich eine Sache hasse (starke Meinung, sorry):
Leistungsseiten mit drei Sätzen Text.
„Wir bieten folgende Leistungen an:“
- Elektro
- Sanitär
- Heizung
Ja. Danke. Das hilft niemandem.
Gute Leistungsseiten:
- erklären, was du konkret machst
- erklären, für wen
- erklären, wann es Sinn macht, dich zu buchen
- beantworten typische Fragen direkt auf der Seite
Und bitte. Schreib so, wie du auch mit Kund:innen redest.
Nicht wie ein Industrieprospekt von 1998.
Kleiner Einschub (und das hab ich wirklich erlebt):
Ein befreundeter Maler, nennen wir ihn Tobi, hat nach einem Relaunch plötzlich doppelt so viele Anfragen bekommen. Warum?
Weil er auf der Leistungsseite „Malerarbeiten“ erklärt hat, was ein Kunde vorbereiten muss. Möbel, Wände, Zeit. Mega simpel. Mega effektiv.
2. Lokale Inhalte, die mehr sind als „Wir sind in Musterstadt“
Lokales SEO ist für Handwerker Gold. Wirklich.
Aber bitte nicht:
„Wir sind Ihr Handwerker in Köln, Bonn, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Siegburg…“
Das ist keine lokale Seite. Das ist eine Aufzählung.
Besser:
- eigene Seiten für wichtige Orte
- echte Bezüge zu Projekten dort
- Fotos (ja, unscharf ist okay, authentisch schlägt perfekt)
Und wenn du Referenzen richtig nutzen willst, lies unbedingt [Referenzen und Projekte SEO-optimiert darstellen](Referenzen & Projekte SEO-optimiert darstellen /referenzen-handwerker-seo/). Das Thema wird sooo unterschätzt.
3. Blogartikel, auch wenn alle sagen „Bloggen lohnt sich nicht“
Oh boy.
Wenn ich einen Euro bekommen hätte für jedes „Bloggen bringt nix“, könnte ich… naja, mir zumindest einen guten Kaffee holen.
Die Wahrheit:
Bloggen als Handwerker lohnt sich, wenn du:
- echte Fragen beantwortest
- keine Marketing-Texte schreibst
- Geduld hast
Ich hab dazu einen ganzen Artikel geschrieben: Bloggen als Handwerker – lohnt sich das?. Spoiler: Ja. Aber nicht so, wie viele denken.
Typische Blog-Themen:
- Kostenfragen („Was kostet eine Badsanierung wirklich?“)
- Vorbereitung („Was muss ich vor dem Heizungswechsel beachten?“)
- Entscheidungen („Wärmepumpe oder Gas?“)
Und ja, manchmal ranken diese Artikel besser als deine Leistungsseiten.
Ist unfair. Ist aber so.
4. FAQ-Seiten. Langweilig? Nein. Brutal effektiv.
Ich liebe FAQ-Seiten. Wirklich.
Sie sind wie das Schweizer Taschenmesser für SEO.
- Du kannst viele Longtail-Keywords abdecken
- Du hilfst Nutzer:innen sofort
- KI-Systeme lieben klare Fragen und Antworten
Wenn du das richtig angehen willst, schau dir FAQ-Seiten für Handwerker-SEO an.
Und bitte: Schreib echte Fragen. Nicht „Was zeichnet unser Unternehmen aus?“ (Niemand fragt das.)
5. Content-Marketing. Ja, auch für Handwerker.
Okay, kurzes Abschweifen.
Content-Marketing klingt immer nach LinkedIn-Gurus mit Headset. Ich weiß.
Aber im Kern heißt es nur:
Zeig, was du kannst. Regelmäßig. Ehrlich.
Das kann sein:
- Vorher-Nachher-Stories
- kurze Erklärtexte
- kleine Einblicke in den Arbeitsalltag
Mehr dazu findest du auch unter Content und Content-Marketing für Handwerker.
Und nein, du musst nicht tanzen oder Reels machen. Bitte nicht.
Kleine Liste zwischendurch (unvollständig, weil… Leben)
Inhalte, die fast immer funktionieren:
- Leistungsseiten mit Tiefe
- Lokale Seiten mit echten Infos
- Blogartikel zu echten Fragen
- FAQ-Seiten
- Referenzen mit Kontext
Und dann gibt es noch:
- Glossare
- Checklisten
- „So läuft ein Projekt bei uns ab“-Seiten
Nicht alles auf einmal. Schritt für Schritt. Bitte.
Kurz über KI, weil alle drüber reden
SEO ist auch wichtig für KI-Optimierung.
Nicht, weil du für KI schreibst. Sondern weil gute Inhalte:
- klar strukturiert sind
- konkrete Antworten liefern
- Expertise zeigen
KI zieht sich genau das raus.
Wenn dein Content Murks ist, wird er auch von KI ignoriert. So einfach.
Mein vielleicht unpopulärer Rat (den du nicht blind befolgen musst)
Mach weniger. Aber besser.
Viele Handwerksseiten haben:
- 20 Leistungsseiten mit 200 Wörtern
- 1 Blogartikel von 2017
- keine FAQs
Lieber:
- 5 richtig gute Seiten
- die regelmäßig gepflegt werden
Und ja, ich weiß, das klingt nach Arbeit. Ist es auch.
SEO war noch nie „einmal machen und fertig“. Wer das sagt, verkauft dir was.
Noch ein persönlicher Moment (warum ich das Thema mag)
Ich erinnere mich an ein Projekt von 2012.
Eine Seite, nachts um halb zwei online gestellt. Ich saß im Hoodie da, Spotify lief, irgendwas Indie-mäßiges. Zwei Wochen später: Top 5 Rankings. Ohne Tricks. Nur Inhalte.
Dieses Gefühl hab ich bis heute.
Und genau deshalb nervt es mich, wenn Handwerker denken, SEO sei nur Technik. Ist es nicht. Es sind Geschichten. Antworten. Vertrauen.
Zum Schluss, bevor ich mich wieder verliere
Welche Inhalte brauchen Handwerker für SEO?
Die, die Kund:innen wirklich helfen.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Und jetzt mal ehrlich:
Welche Frage stellst du deinen Kund:innen immer wieder?
Genau da liegt dein nächster Inhalt.
Wenn dir dieses wirre Gedankending gefallen hat, schau dir vielleicht auch meine anderen Sachen an. Kein Druck.
Und sag mir gern: Welche Inhalte fehlen auf deiner Seite gerade?